Ein Deutscher Sommer, die
Vergangenheit wird lebendig. Nach zwanzig Jahren im Gefängnis ist er
überraschend begnadigt worden. Christiane, seine Schwester, will sein erstes
Wochenende in Freiheit mit einem Dutzend alter Freunde feiern, in einer
verfallenen Villa auf dem Land, ohne Reporter und Kameras. Sie alle haben damals
in irgendeiner Form mit der Revolution sympathisiert. Heute haben sie ihren
festen Platz im bürgerlichen Leben. Die Freunde kommen aus Loyalität, aus
Nostalgie, aus Neugier. Aber sie können sich der Konfrontation mit ihrer eigenen
Biographie, ihren Lebensträumen und Lebenslügen nicht entziehen. Mit der
atmosphärischen Intensität eines Kammerspiels wird Bilanz gezogen.
Bernhard Schlink, geboren 1944
in Bielefeld, aufgewachsen in Heidelberg. Jurastudium dort und in Berlin, danach
wissenschaftlicher Assistent. Erste Professur für VerfR und VerwR in Bonn, dann
in Frankfurt. 1988 Richter des VerfGH für das Land NRW. Nach der Wende 1989 in
Berlin tätig. Heute Professor für öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an
der Humboldt-Universität in Berlin und Richter am LVerfGH in Münster. Zunächst
Fachbuch-, dann Romanveröffentlichungen. Auszeichnungen: 1989 Glauser
Autorenpreis für deutschsprachige Kriminalliteratur ("Die gordische Schleife"),
1992 Deutscher Krimi-Preis ("Selbs Betrug"), 1997 Hans-Fallada-Preis der Stadt
Münster, Italiens 'Grinzane Cavour' und Prix Laure Bataillon ("Der Vorleser").
1999 erstmals den "Welt"-Literaturpreis, im Februar 2000 die Ehrengabe der
Düsseldorfer Heinrich-Heine-Gesellschaft.