Taxifahren können viele - doch grandios darüber schreiben kann nur Karen Duve "Ich meldete mich auf eine Anzeige, in der nicht nur Taxifahrer, sondern ausdrücklich auch Taxifahrerinnen gesucht wurden. 1983 war es in Stellenanzeigen noch nicht üblich, jedem Beruf auch eine weibliche Endung anzufügen. Man tat es nur, wenn man andeuten wollte, dass man praktisch jeden nahm."Eine ziellose Jugend, eine spießige Familie, eine frustrierende Ausbildung - da kommt die Annonce"Taxifahrerin gesucht"schon fast wie die Rettung schlechthin daher. Auch wenn Alex Herwig leider ein Gedächtnis wie ein Sieb hat. Trotzdem büffelt sie Straßennamen und Wegstrecken - und hat das Glück auf einen extrem gnädigen Prüfer zu treffen. Bald sitzt sie zum ersten Mal im Wagen und schwitzt Blut und Wasser, weil sie die Straße nicht kennt, nach der ihr erster Fahrgast fragt. Und Alex wird - halb wider Willen - von einer Kollegen-Clique aufgesogen, die aus abgebrochenen Studenten, gescheiterten Künstlern, misanthropischen Gar-nicht-Akademikern und frauenfeindlichen Verklemmten besteht - bis sie Marco trifft, einen extrem kleingewachsenen aber umso bestimmter agierenden jungen Mann ...
Karen Duve erzählt mit gewohnter Brillanz, Lakonie und Unbarmherzigkeit von einer jungen Frau, der das Leben nichts schenkt, die einen Beruf hat, in dem sie andauernd Leute trifft, denen das Leben erst recht nichts schenkt. Komisch, erbarmungslos, ehrlich bis auf die Knochen: Ein waschechter Duve-Roman.
"Da ist er wieder, schon auf den ersten Seiten: der unverwechselbare Ton. (...) Bei dieser Autorin liegen Weisheit und Lakonie, Melancholie und wache Wahrnehmung so eng beieinander dass die Übergänge kaum wahrzunehmen sind."(Der Spiegel, 28. April 2008) "Karen Duves größte Begabung (...) liegt in der pointierten Beschreibung, der genaue Beobachtung vorausgeht..."(Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30. Mai 2008) "Aber jetzt also endlich wieder. Große Duve - Kunst. Lachen und Verzweiflung. Das wahre Leben als Horror und großer Spaß."(Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 27. April 2008) "Die Bedeutung dieses Buches, auch seine ästhetische, hängt unmittelbar daran, dass es nicht ausgedacht, sondern der eigenen Erfahrung entwachsen ist. (...) Diesem Stil in seiner schnörkellosen Herbheit, von beständigem Grau und doch in den grauen Tönen fein abgestuft wie ein norddeutscher Regentag, wird man wohl am ehesten gerecht, wenn man sagt: dass er ein Gefühl für die Gefühllosigkeit hat."(Süddeutsche Zeitung, 3./4. Mai 2008) "Das alles wird im Filmtempo und mit Expression erzählt, es ist die bekannte Duve und doch ist es mehr. Wie sie ihre Natürlichkeit zur Prägung von Situationen gebraucht, wie Lakonie und Sprachwitz den Lärm der Einzelheiten bändigen, wie ein mühsam balanciertes Leben und prekäre Bemühungen um Stabilität sich aus dem Biografischen läsen und zur Figurengeschichte werden, das alles war bei Karen Duve so noch nicht zu lesen. (...) Schonungslos und Wahrhaftig, doch eine unerschütterliche Ironie unterläuft jede Vereinfachung. Ein seltenes Buch."(Frankfurter Rundschau, 27. Mai 2008) "...ein souveränes Buch von leichter Hand, das seinen Witz aus dem absurden Alltag seiner Protagonisten zieht."(Die Welt, 24. Mai 20087) "Duve hat keinen deprimierenden Roman geschrieben. Er ist durchzogen von einem erfrischendem Menschhass. Dass viele Menschen Nieten sind, mag keine Neuigkeit sein, aber über eine so wohldurchdachte Palette an Erbärmlichkeit hat man selten gelesen."(Welt am Sonntag 11. Mai 2008) "Taxi erzählt vom Alltag im Auto - pointiert, komisch, blitzgescheit."(Focus, 10. Mai 2008) "...erzählt er in der für Karen Duve typisch spröden Komik vom Alltag zwischen Kurzstrecke und Warteschlange. Um Sehnsüchte und enttäuschte Hoffnungen geht es, Neurosen und Liebe, das Leben eben, das in verschiedener Gestalt auf dem siffigen Kunstleder der Funknummer Zwodoppelvier Platz nimmt."(Der Tagesspiegel, 4. Mai 2008) "Ein Buch, das eigentlich jeder lesen sollte, der schon mal in einem Taxi gesessen hat. Egal auf welchem Platz."(Brigitte, 7. Mai 2008) "Tolle Alltags-Szenen mit Tempo, Humor und tiefem Verständnis für das Drama, eine Frau zu sein."(petra, Juni 2008)