Sauvageot, Marcelle : Fast ganz die Deine .
Nachw. v. Ulrike Draesner . Aus d. Französ. v. Claudia Kalscheuer . dtv Taschenbücher Bd.13510 . 2006 . 112 S. 19,5 cm
Eine junge Frau reist 1930 wegen eines Lungenleidens in ein Sanatorium. Dort findet sie einen Brief ihres Verlobten vor, und darin steht: "Ich heirate ... Unsere Freundschaft bleibt." Eine Phrase, millionenfach gebraucht. Wohin mit dem Schmerz, des einzigen Glückes beraubt, das einem Halt spendete? Marcelle Sauvageot sucht Erlösung in einem Brief, den sie jedoch nie abschickt. Darin empören sich Liebe und Stolz gegen das Verhalten eines standesbewussten Mannes und gegen die gesellschaftlichen Konventionen.
Erinnerungen an glückliche Momente und hoffnungsfrohe Träume einer gemeinsamen Zukunft vermischen sich mit der Verzweiflung über ihre tödliche Krankheit. Selbstbewusst und rückhaltlos offen schreibt sie sich ihr Leid von der Seele, doch geraten die Aufzeichnungen nie zu einer Abrechnung oder Schuldzuweisung, vielmehr dringen sie ins Innerste der Liebe vor. Es ist das Zeugnis einer verletzten, aber selbstbewussten starken Frau und letztlich die Geschichte einer Befreiung, die von einer ergreifenden Lust am Leben zeugt.
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