"Fangen Sie an, Fritz" - mit
diesem Satz beginnt ein Gespräch unter Freunden. Helmut Schmidt und Fritz Stern
kennen sich seit vielen Jahren und haben sich im Sommer 2009 zusammengesetzt, um
über Themen miteinander zu reden, die ihnen am Herzen liegen: Erfahrungen und
Lehren aus der Geschichte, das gemeinsam erlebte Jahrhundert, Menschen, die
ihnen begegnet sind.
Das Ergebnis ist ein ebenso anregendes wie
kurzweiliges, freimütiges und nicht selten witziges Buch, in dem sich der
Politiker und der Historiker die Bälle zuspielen, mal im Konsens, mal im
Widerspruch, stets auf eine pointierte Darlegung ihrer eigenen Positionen
bedacht. Das Spektrum der behandelten Fragen reicht von Bismarck bis Israel, vom
Zweiten Weltkrieg bis zum Aufstieg Chinas, vom Rückblick auf die Ära Bush bis zu
den überhöhten Boni für Banker - und auch die Anekdoten kommen nicht zu kurz.
Zwei kluge alte Männer streifen durch das 20. Jahrhundert und die Welt von
heute, und der Leser genehmigt sich eine Prise Weisheit.
Helmut Schmidt, geboren 1918
in Hamburg, 1961-1965 Innensenator in Hamburg, 1966-1969 Fraktionsvorsitzender
der SPD im Deutschen Bundestag, 1969-1972 Verteidigungsminister, 1972
Bundeswirtschafts- und Finanzminister, 1972-1974 Bundesfinanzminister, war von
1974 bis 1982 Bundeskanzler. Seit seinem Ausscheiden aus dem Amt ist er
Mitherausgeber der Wochenzeitung 'Die Zeit'.
Fritz Stern, am 2. Februar
1926 in Breslau geboren, wuchs in ein stark assimiliertes jüdisches
Bildungsbürgertum hinein, das zunehmend naturwissenschaftlich geprägt war. So
wurde Stern, um seine Zukunftschancen zu erhöhen, getauft. Da dies kein
einfaches Erbe ist, wurde die Geschichte und das Schicksal des deutschen
Judentums für Stern zum Lebensthema. 1938 flüchtete er mit seinen Eltern in die
Vereinigten Staaten und studierte deutsche Geschichte an der Columbia
Universität, wo er Professor für Geschichte wurde. Er gilt als einer der besten
Deutschlandkenner in den USA. Neben zahlreichen Essays über bedeutende deutsche
Juden zählt dazu vor allem die zum Standardwerk avancierte Doppelbiographie von
Bismarck und dessen jüdischen Bankier Gerson Bleichröder zu den großen
wissenschaftlichen Leistungen Sterns. 1999 wurde er mit dem Friedenspreis des
Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Er lebt in Princeton und Washington.