Stefan Zweig, Der Amokläufer
Die Gestalten dieser Erzählungen sind - wie Madame de Prie - "eigentlich oberflächliche Charactere", die sich durch ihr leidenschaftliches Temperament selbst in "seltsamste Umstände" bringen, in Situationen, die sie nicht meistern können, die ihnen plötzlich ausweglos erscheinen. Das Verhalten der Frauen ist teils dadurch bestimmt, daß in ihnen "das erotische jahrelang durch Ehrgeiz und Vanität unterbunden war", teils ein "Vierteljahrhundert verbissenen Robotens alles Weibliche ... weggeschunden" hat - das Verhalten der Männer teils dadurch, daß sie dem Reiz des "schmutzigen Marktes aller Leidenschaften", der "heimlichen Anhäufung aller Verführungen" nicht widerstehen können, teils eine "Art gewalttätiger Gier" sie packt, die, aus Haß geboren, Haß erzeugt. Sie alle scheitern, weil sie sich selbst inszenieren, sich überheben; die meisten wählen den Freitod.
Inhalt:
Geschichte eines Unterganges
Das Kreuz
Ein Verbummelter
Der Amokläufer
Die Mondscheingasse
Leporella
Episode am Genfer See
Zweig, Stefan :
Der Amokläufer (Amok). Erzählungen .
Fischer Taschenbücher 14. Auflage 2010 . 206 Seiten 19 cm .
ISBN 978-3-596-29239-4 9783596292394 -
Fischer (TB.), Frankfurt - Taschenbuch livre de poche
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