Ein Mann kauft ein
Mobiltelefon und bekommt Anrufe, die einem anderen gelten; nach kurzem Zögern
beginnt er ein Spiel mit der fremden Identität. Ein Schauspieler wird von einem
Tag auf den nächsten nicht mehr angerufen, als hätte jemand sein Leben an sich
gerissen. Ein Schriftsteller macht zwei Reisen in Begleitung einer Frau, deren
größter Alptraum es ist, in einer seiner Geschichten vorzukommen. Ein verwirrter
Internetblogger wiederum wünscht sich nichts sehnlicher, als einmal Romanfigur
zu sein. Eine Krimiautorin geht auf einer abenteuerlichen Reise in Zentralasien
verloren, eine alte Dame auf dem Weg in den Tod hadert mit dem Schriftsteller,
der sie erfunden hat, und ein Abteilungsleiter in einem Mobiltelefonkonzern
verliert über seinem Doppelleben zwischen zwei Frauen den Verstand.Neun
Episoden, die sich nach und nach zu einem romanhaften Gesamtbild ordnen, ein
raffiniertes Spiel mit Realität und Fiktionen: ein Spiegelkabinett. Ein Buch
über Ruhm und Verschwinden, Wahrheit und Täuschungen - voll unvorhersehbarer
Wendungen, komisch und brillant.
Daniel Kehlmann wurde 1975 als
Sohn des Regisseurs Michael Kehlmann und der Schauspielerin Dagmar Mettler in
München geboren. 1981 kam er mit seiner Familie nach Wien, wo er das Kollegium
Kalksburg, eine Jesuitenschule, besuchte und danach an der Universität Wien
Philosophie und Germanistik studierte. Daniel Kehlmann lebt als freier
Schriftsteller in Wien und Berlin. Auszeichnungen und Preise: 1998 Förderpreis
des Kulturkreises der Deutschen Wirtschaft, 2000 Stipendium des Literarischen
Kolloquiums in Berlin, 2001 Gastdozentur für Poetik an der Universität in Mainz.
2006 erhielt Daniel Kehlmann den Heinrich-von-Kleist-Preis und den Heimito von
Doderer-Literaturpreis sowie 2008 den Thomas-Mann-Preis.